Du ziehst mit deiner Familie nach Deutschland oder bist gerade angekommen? Dann fragst du dich wahrscheinlich, welche Schule dein Kind besuchen kann, was ein Gymnasium ist und wie der Schulstart ohne gute Deutschkenntnisse gelingt.
In Deutschland werden die Bildungswege häufig schon nach der Grundschule aufgeteilt. Gleichzeitig gibt es verschiedene Möglichkeiten, später die Schulart zu wechseln oder einen weiteren Abschluss zu machen.
Dieser Überblick erklärt dir die wichtigsten Begriffe und Zusammenhänge. Welche Regeln für dein Kind gelten, hängt vor allem davon ab, in welchem Bundesland ihr wohnen werdet.
Das Schulsystem ist nicht überall gleich in Deutschland
Deutschland besteht aus 16 Bundesländern. Dazu gehören Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Für die Schulen sind die jeweiligen Bundesländer in Deutschland verantwortlich.
Deshalb können sich die Bezeichnungen für Schularten unterscheiden obwohl dort der gleiche Abschluss möglich ist. Auch Lehrpläne, Aufnahmebedingungen und Ferienzeiten können sich unterscheiden je nachdem in welchem Bundesland dein Kind zur Schule geht. Auch die Frage, wann ein Kind eingeschult wird oder unter welchen Voraussetzungen es ein Gymnasium besuchen darf, wird nicht überall gleich beantwortet.
Ein Beispiel: Eine Freundin in München erzählt dir vom Wechsel nach der vierten Klasse. Wenn du nach Berlin ziehst, steht diese Entscheidung normalerweise erst nach der sechsten Klasse an. km.bayern.de
Suche deshalb möglichst nach Informationen für euren künftigen Wohnort und das dazugehörige Bundesland. Allgemeine Ratgeber helfen dir beim Verstehen. Die konkreten Aufnahmebedingungen erfährst du bei der zuständigen Schulbehörde oder Schule.
Das deutsche Schulsystem auf einen Blick
| Abschnitt | Was bedeutet das? |
| Kindergarten oder Kita | Betreuung und frühe Bildung vor der Schule. Die Kita gehört normalerweise noch nicht zur Schule. Im Alter von 0 bis 6 Jahre geht ein Kind in die Kita. |
| Grundschule – auch Primarstufe genannt | Die erste Schule. Sie umfasst die Klassen 1 bis 4, in Berlin und Brandenburg grundsätzlich die Klassen 1 bis 6. Ein Kind wird im Alter von 6 Jahren eingeschult und geht in der Regel bis zum Alter von 10 Jahren in die Grundschule. In Deutschland gehen alle Kinder in die Grundschule. |
| Weiterführende Schule – zunächst Sekundarstufe I | Die Zeit nach der Grundschule, in der Regel von Klasse 5 bis Klasse 9 oder 10. Schularten und mögliche Abschlüsse unterscheiden sich. |
| Sekundarstufe II | Dazu gehören unter anderem die gymnasiale Oberstufe und berufliche Bildungswege. Von Klasse 10 bis 12 oder von Klasse 11 bis 13. |
| Ausbildung oder Studium | Mögliche Wege nach der Schulzeit, abhängig vom Abschluss und den jeweiligen Zugangsvoraussetzungen. |
Diese Übersicht zeigt die Grundstruktur. Einzelne Schulen und Bildungsgänge können davon abweichen. kmk.org
Ab wann muss mein Kind in Deutschland zur Schule?
In Deutschland gilt die Schulpflicht. Sie beginnt in der Regel in dem Jahr, in dem ein Kind sechs Jahre alt wird. Ob dein Kind bereits im kommenden Schuljahr starten muss, hängt unter anderem von seinem Geburtstag und dem Einschulungsstichtag des Bundeslandes ab.
Die Vollzeitschulpflicht dauert je nach Bundesland meist neun oder zehn Schuljahre. Danach kann eine weitere Schulpflicht bestehen, beispielsweise im Zusammenhang mit einer Berufsausbildung. Kultusministerkonferenz (KMK)
Für neu zugezogene Familien ist wichtig: Kläre frühzeitig, ab wann dein Kind am neuen Wohnort die Schule besuchen muss und wie die Anmeldung abläuft. Warte damit nicht, bis es gut Deutsch spricht.
Schulpflicht bedeutet normalerweise, dass dein Kind eine Schule besuchen muss. Unterricht zu Hause durch die Eltern, oft „Homeschooling“ genannt, ist kein frei wählbarer Ersatz für den Schulbesuch.
Die Grundschule: Hier beginnt die Schulzeit
In der Grundschule lernen Kinder unter anderem Lesen, Schreiben und Rechnen. Dazu kommen beispielsweise Sachunterricht, Kunst, Musik und Sport. Im Sachunterricht beschäftigen sie sich etwa mit Natur, ihrem Wohnort oder dem Straßenverkehr.
Die Grundschule dauert in den meisten Bundesländern vier Jahre. In Berlin und Brandenburg sind es grundsätzlich sechs Jahre. Für einzelne besondere Bildungsangebote gibt es Ausnahmen. kmk.org
Was passiert, wenn mein Kind schon eine Schule besucht hat?
Zieht ihr während der Schulzeit nach Deutschland, beginnt dein Kind nicht automatisch wieder in der ersten Klasse. Die zuständige Stelle prüft, welche Schule und Klassenstufe infrage kommen. Dabei können Alter, bisheriger Schulbesuch, Lernstand und Sprachkenntnisse eine Rolle spielen.
Ein Beispiel: Deine achtjährige Tochter hat in eurem Herkunftsland bereits zwei Schuljahre besucht. Bringe ihre Zeugnisse und möglichst Informationen zu den Unterrichtsfächern mit. So lässt sich besser einschätzen, was sie schon gelernt hat und welche Unterstützung sie braucht.
Die Klassenstufe im Herkunftsland lässt sich nicht immer direkt übertragen, weil Einschulungsalter und Unterrichtsinhalte unterschiedlich sein können.
Was kommt nach der Grundschule?
Nach der Grundschule kannst Du auswählen auf welche Schule Dein Kind gehen soll. Die Schulen nach der Grundschule sind die weiterführenden Schulen. „Weiterführend“ bedeutet zunächst nur: Diese Schule schließt an die Grundschule an.
Du wählst die Schule nach dem Abschluss aus, den Dein Kind am Ende der Schulzeit erreichen soll.
Welche Schularten zur Auswahl stehen, hängt vom Bundesland ab. Die folgende Übersicht erklärt häufige Bezeichnungen.
Gesamtschule oder Gemeinschaftsschule
Ob eine Schule Gesamtschule oder Gemeinschaftsschule heißt, das kommt auf das Bundesland an. Du wirst auch Namen wie Oberschule, Sekundarschule, Stadtteilschule oder Integrierte Sekundarschule finden. Diese Bezeichnungen bedeuten nicht in jedem Bundesland dasselbe. Kultusministerkonferenz
Aufgebaut sind sie ähnlich: an diesen Schulen werden mehrere Bildungswege angeboten und die Kinder können unterschiedliche Abschlüsse erreichen. Dein Kind muss sich nach der Grundschule deshalb häufig noch nicht auf einen bestimmten Schulabschluss festlegen. Je nach Konzept lernen sie gemeinsam, in unterschiedlichen Kursen oder in getrennten Bildungsgängen.
In einigen Fächern werden sie entsprechend ihrem Lernstand in unterschiedlichen Kursen unterrichtet. Zum Beispiel kann ein Kind entweder auf erweitertem Lernniveau oder grundlegendem Lernniveau unterrichtet werden.
Möglich sind beispielsweise ein erster Schulabschluss nach Klasse 9 oder ein mittlerer Schulabschluss nach Klasse 10. Die Jugendlichen sind dann meistens etwa 15 bis 16 beziehungsweise 16 bis 17 Jahre alt.
Auch der Weg zum Abitur kann offenstehen: Hat die Schule eine eigene gymnasiale Oberstufe, kann dein Kind dort bei entsprechenden Leistungen weiterlernen. Andernfalls ist ein Wechsel an eine andere Schule mit Oberstufe möglich, wenn die Aufnahmevoraussetzungen erfüllt sind. Beim Abitur sind die Jugendlichen meist ungefähr 18 bis 19 Jahre alt.
Ein Beispiel: Deine Tochter weiß nach der Grundschule noch nicht, ob sie später eine Ausbildung machen oder studieren möchte. An einer Schule mit mehreren Bildungsgängen kann sie zunächst weiterlernen und später – abhängig von ihrer Entwicklung und ihren Leistungen – einen passenden Abschluss anstreben.
Wichtig: Die Bezeichnungen bedeuten nicht in jedem Bundesland dasselbe. Nicht jede Schule hat eine eigene Oberstufe. Frage deshalb bei der jeweiligen Schule nach, welche Abschlüsse sie anbietet und wie der weitere Weg zum Abitur organisiert ist.
Hauptschule und Mittelschule
Diese Schulen vermitteln eine grundlegende Bildung und legen häufig besonderen Wert auf Berufsorientierung und praktisches Lernen. Dazu können Betriebspraktika und Projekte zur Berufswahl gehören.
In Bayern heißt die entsprechende Schulart Mittelschule. Dort ist unter bestimmten Voraussetzungen auch ein mittlerer Schulabschluss möglich. kmk.org
Mit einem Abschluss an der Hauptschule macht dein Kind normalerweise eine Ausbildung. Den Hauptschulabschluss macht Dein Kind in der Regel mit 15 Jahren.
Realschule
Die Realschule führt normalerweise zum mittleren Schulabschluss. Sie verbindet allgemeine Bildung mit Einblicken in die Berufswelt.
Danach kann dein Kind beispielsweise eine Ausbildung beginnen. Bei guten Leistungen und den erforderlichen Voraussetzungen sind auch weitere schulische Wege möglich, zum Beispiel kann Dein Kind das Abitur im Anschluss an die Realschule machen. Der mittlere Schulabschluss ist noch auf vielen anderen Schularten möglich, wie zum Beispiel der Gesamtschule, der Sekundarschule oder der Gemeinschaftsschule. Den mittleren Schulabschluss macht Dein Kind in der Regel mit 16 Jahren.
Gymnasium
Wenn Dein Kind später mal studieren soll, dann schickst Du es auf das Gymnasium. Das Gymnasium führt zum Abitur. Es bereitet besonders auf wissenschaftliches Arbeiten und ein späteres Studium vor. Typisch sind unter anderem mehrere Fremdsprachen und die vertiefte Beschäftigung mit theoretischen Zusammenhängen. Das Abitur macht Dein Kind in der Regel im Alter von 19 Jahren. Das Gymnasium soll Dein Kind nur besuchen, wenn es gute Noten in der Grundschule hat.
Wie lange der Weg zum Abitur dauert, hängt vom Bundesland und Bildungsgang ab. kmk.org
Schulart und Schulabschluss: Was ist der Unterschied?
Die Schulart beschreibt, welche Art von Schule dein Kind besucht. Der Schulabschluss ist der Nachweis, den es am Ende eines Bildungsgangs erwirbt.
Das ist wichtig, weil ein bestimmter Abschluss häufig auf mehreren Wegen erreichbar ist.
| Schulabschluss | Einfach erklärt |
| Erster Schulabschluss, häufig Hauptschulabschluss genannt | Ein erster allgemeinbildender Abschluss, häufig nach Klasse 9. Je nach Bundesland gibt es andere Namen und zusätzliche Abschlussvarianten. Den Ersten Schulabschluss kann Dein Kind auf der Hauptschule, Mittelschule, Gesamtschule, Gemeinschaftsschule, Werkrealschule, Sekundarschule etc. machen. |
| Mittlerer Schulabschluss, oft Realschulabschluss oder Mittlere Reife genannt | Wird in der Regel nach Klasse 10 erreicht. Er eröffnet unter anderem berufliche und weiterführende schulische Möglichkeiten. Den Mittleren Schulabschluss kann Dein Kind auf der Realschule, Gesamtschule, Gemeinschaftsschule, Sekundarschule, Oberschule etc. machen. |
| Abitur – allgemeine Hochschulreife | Ermöglicht grundsätzlich ein Studium an Universitäten und anderen Hochschulen. Für einzelne Studiengänge gelten zusätzliche Bedingungen. Das Abitur kann Dein Kind auf dem Gymnasium oder der Gesamtschule oder Gemeinschaftsschule machen. Die Gesamtschule oder Gemeinschaftsschule müssen eine Oberstufe haben damit Dein Kind das Abitur dort machen kann. |
Ein mittlerer Abschluss berechtigt nicht automatisch zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Dafür müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Kultusministerkonferenz
Daneben gibt es die Fachhochschulreife. Sie eröffnet insbesondere den Zugang zu Fachhochschulen. Sie ist nicht dasselbe wie das Abitur. Der umgangssprachliche Ausdruck „Fachabitur“ ist ungenau: Frage deshalb immer nach der offiziellen Abschlussbezeichnung. Kultusministerkonferenz
Wer entscheidet, welche weiterführende Schule mein Kind besucht?
Die Grundschule berät Eltern zum weiteren Bildungsweg. Häufig gibt es eine schriftliche Empfehlung, zum Beispiel eine Grundschulempfehlung oder Bildungsgangempfehlung.
Wie verbindlich diese Empfehlung ist und welche Rolle Noten, Beratungsgespräche oder Aufnahmeverfahren spielen, unterscheidet sich zwischen den Bundesländern.
In Bayern gelten beispielsweise bestimmte Eignungsvoraussetzungen für den Übertritt an Realschule oder Gymnasium. Berliner Regeln zum Übertritt nach der Grundschule kannst du deshalb nicht auf eine Anmeldung in Bayern übertragen. km.bayern.de
Wenn dein Kind direkt aus dem Ausland an eine weiterführende Schule wechseln soll, kläre das Aufnahmeverfahren mit der zuständigen Stelle. Die Regeln für Kinder, die bereits eine deutsche Grundschule besuchen, lassen sich nicht ohne Weiteres auf euren Fall übertragen.
Mein Kind spricht kaum Deutsch: Kann es trotzdem zur Schule gehen?
Fehlende Deutschkenntnisse sind ein Grund, Unterstützung zu organisieren. Du solltest mit der Anmeldung deshalb nicht warten, bis dein Kind die Sprache beherrscht.
Je nach Bundesland, Alter und Angebot gibt es unterschiedliche Formen der Förderung. Manche Kinder besuchen eine reguläre Klasse und erhalten zusätzlichen Deutschunterricht. Andere lernen zunächst ganz oder teilweise in einer besonderen Lerngruppe. Dafür werden Namen wie Willkommensklasse, Vorbereitungsklasse oder Deutschklasse verwendet. Bayerisches …
Ein Beispiel aus Berlin: Neu zugewanderte Kinder ohne Deutschkenntnisse besuchen in der Regel ab acht Jahren eine Willkommensklasse. Sechs- und Siebenjährige beginnen meistens direkt in der Schulanfangsphase. Das ist eine Berliner Regelung und kein bundesweites Modell. Berliner Familienportal
Wenn du die Abkürzung DaZ liest: Sie steht für „Deutsch als Zweitsprache“.
Frage beim Aufnahmegespräch:
- Wie wird der bisherige Lernstand meines Kindes eingeschätzt?
- Welche Deutschförderung bekommt es?
- An welchen Fächern der regulären Klasse nimmt es teil?
- Wie wird der weitere Bildungsweg überprüft?
- Wer ist meine Ansprechperson?
Wenig Deutsch zu sprechen sagt für sich genommen nichts darüber aus, wie gut dein Kind Mathematik versteht oder welche Fähigkeiten es mitbringt. Beschreibe deshalb auch seine bisherigen Lernerfahrungen und Stärken.
Kann mein Kind später die Schulart wechseln?
Ein Wechsel ist grundsätzlich möglich, aber an Voraussetzungen gebunden. Entscheidend können Leistungen, freie Plätze, Fremdsprachen und die Regeln des Bundeslandes sein.
Auch nach einem ersten Schulabschluss können weitere Abschlüsse folgen. Der Bildungsweg endet deshalb nicht automatisch mit der ersten Entscheidung nach der Grundschule. Kultusministerkonferenz
Ein möglicher Weg: Ein Jugendlicher erwirbt einen mittleren Schulabschluss. Wenn er die weiteren Aufnahmebedingungen erfüllt, kann er anschließend eine Schule besuchen, die zur Hochschulreife bzw. dem Abitur führt.
Lass dir bei einer Beratung konkret erklären, welche Anschlussmöglichkeiten der vorgeschlagene Bildungsgang bietet.
Öffentliche Schule, Privatschule oder internationale Schule?
Der Schulbesuch an öffentlichen Schulen ist grundsätzlich schulgeldfrei. Zusätzliche Ausgaben können beispielsweise für Materialien, Mittagessen, Ausflüge oder Betreuung entstehen. make-it-in-germany.com
Bei Grundschulen hängt die zuständige Schule häufig vom Wohnort ab. Welche Wahlmöglichkeiten bestehen, richtet sich nach den örtlichen Regeln.
Privatschulen
Privatschulen werden von einem freien Träger betrieben, etwa einem Verein, einer Stiftung, einer Kirche oder einem Unternehmen. Sie verlangen häufig Schulgeld und führen ein eigenes Aufnahmeverfahren durch. Eine Privatschule kannst Du frei auswählen. Du bist nicht an die Regeln gebunden, die für öffentliche Schulen gelten. Dein Wohnort oder andere Kriterien gelten bei Privatschulen nicht als Auswahlkriterium.
Du bewirbst dich direkt bei der Schule. Ob ein Platz angeboten wird, hängt unter anderem von freien Plätzen und den Aufnahmebedingungen der Privatschule ab.
Internationale Schulen
Internationale Schulen können interessant sein, wenn dein Kind bisher in einer anderen Unterrichtssprache gelernt hat oder ihr weitere Auslandsumzüge plant.
Prüfe die Unterrichtssprache, die Kosten und vor allem den erreichbaren Abschluss. „International“ bedeutet nicht automatisch, dass dort das deutsche Abitur angeboten wird. Der Abschluss an einer Internationalen Schule ist meist das International Baccalaureate. Kläre auch, ob der Schulbesuch die Schulpflicht erfüllt und welche Anerkennung für spätere Bildungswege nötig ist.
Was bedeutet eine Ausbildung in Deutschland?
Eine Berufsausbildung ist ein eigener Weg in einen qualifizierten Beruf.
Besonders verbreitet ist die duale Ausbildung. „Dual“ bedeutet: Es gibt zwei Lernorte. Jugendliche lernen praktisch in einem Betrieb und besuchen zusätzlich die Berufsschule.
Eine Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Kaufmann kann beispielsweise so organisiert sein. Daneben gibt es schulische Ausbildungen, bei denen eine berufliche Schule im Mittelpunkt steht. Make it in Germany
Wenn du aus einem Land kommst, in dem fast alle Jugendlichen ein Studium anstreben, kann dieses System zunächst ungewohnt sein. Frage bei der Berufsberatung nach den konkreten Möglichkeiten und den späteren Weiterbildungswegen.
Diese Begriffe helfen dir im Schulalltag
| Begriff | Bedeutung |
| Klassenstufe oder Jahrgangsstufe | Das Schuljahr, in dem dein Kind lernt, zum Beispiel Klasse 3. |
| Klassenleitung | Die Lehrkraft, die für die Organisation der Klasse zuständig und oft deine erste Ansprechperson ist. |
| Zeugnis | Eine schriftliche Rückmeldung über Leistungen und teilweise auch Lern- und Arbeitsverhalten. |
| Versetzung | Der Übergang in die nächste Klassenstufe nach den geltenden Regeln. |
| Elternabend | Ein Treffen der Eltern einer Klasse mit der Lehrkraft zu gemeinsamen Themen. |
| Elternsprechtag | Eine Gelegenheit für ein persönliches Gespräch über dein Kind. |
| Ganztagsschule | Eine Schule mit Angeboten über den Vormittag hinaus. Zeiten und Teilnahmebedingungen unterscheiden sich. |
| Hort | Ein Betreuungsangebot für Schulkinder, häufig nach dem Unterricht. |
| Schulamt oder Schulbehörde | Eine zuständige öffentliche Stelle für Schulangelegenheiten. Aufgaben und Bezeichnungen unterscheiden sich regional. |
An vielen Schulen werden Leistungen mit Noten von 1 bis 6 bewertet: 1 bedeutet „sehr gut“, 6 „ungenügend“. Eine höhere Zahl ist hier also die schlechtere Note. Gerade in den ersten Schuljahren gibt es je nach Regelung auch schriftliche Lernberichte. In der gymnasialen Oberstufe wird häufig ein Punktesystem verwendet.
So bereitest du den Schulstart in Deutschland vor
Du musst nicht sofort jede Schulart und jede Vorschrift kennen. Für den Anfang helfen diese Schritte:
- Kläre euren künftigen Wohnort. Davon hängen Bundesland, zuständige Stellen und erreichbare Schulen ab.
- Kontaktiere die örtliche Schulbehörde. Frage nach der zuständigen Anmeldestelle für neu zugezogene Kinder.
- Sammle Schulunterlagen. Hilfreich sind Zeugnisse sowie Angaben zu Schuljahren, Fächern und bisher gelernten Fremdsprachen. Frage nach, ob Übersetzungen benötigt werden.
- Besprich Lernstand und Sprachförderung. Erzähle auch, was dein Kind gern und gut macht.
- Prüfe den Alltag. Erkundige dich nach Schulweg, Unterrichtszeiten, Mittagessen, Betreuung und Kosten.
- Vereinbare ein weiteres Gespräch. So könnt ihr nach dem Start gemeinsam prüfen, ob Unterstützung und Einordnung passen.
Wenn du selbst noch wenig Deutsch sprichst, frage vor dem Termin nach Sprachmittlung oder ob du eine vertraute Person zum Übersetzen mitbringen kannst.
Häufige Fragen zum deutschen Schulsystem
Muss mein Kind deutsche Staatsbürgerin oder deutscher Staatsbürger sein, um zur Schule zu gehen?
Nein. Die deutsche Staatsangehörigkeit ist keine Voraussetzung für den Schulbesuch. Welche Anmelde- und Schulpflichtregeln für eure Situation gelten, klärst du bei der örtlichen Schulbehörde. Weitere Informationen findest du beim Berliner Familienportal.
Muss mein Kind bis zum nächsten Schuljahr warten, wenn wir mitten im Jahr umziehen?
Wende dich auch bei einem Umzug während des Schuljahres sofort an die zuständige Stelle. Für schulpflichtige Kinder muss der Schulbesuch organisiert werden. Der konkrete Einstieg wird vor Ort geklärt.
Ist das Gymnasium der einzige Weg zum Abitur?
Nein. Je nach Bundesland gibt es weitere Wege, etwa über Schulen mit mehreren Bildungsgängen oder berufliche Schulen. Dafür gelten jeweils bestimmte Aufnahmebedingungen. Ein Beispiel zeigt die Übersicht zum Berliner Schulsystem.
Ist eine Ganztagsschule automatisch bis zum späten Nachmittag geöffnet?
Verlasse dich nicht allein auf die Bezeichnung. Frage nach den genauen Unterrichts- und Betreuungszeiten, den verbindlichen Tagen und den Angeboten in den Ferien.
Wo bekomme ich verlässliche Informationen für mein Kind?
Bei der zuständigen Schulbehörde, dem Bildungs- oder Kultusministerium des Bundeslandes und den Schulen vor Ort. Für eine Beratung sind Alter, bisherige Schuljahre, Zeugnisse, Sprachkenntnisse und eure künftige Adresse hilfreich.
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