Wenn Dein Kind eine Grundschule in Bayern besucht, bestimmt der LehrplanPLUS wesentlich, was im Unterricht gelernt wird. Für Eltern wirkt der Lehrplan allerdings auf den ersten Blick oft ziemlich abstrakt. Begriffe wie „Kompetenzerwartungen“, „prozessbezogene Kompetenzen“, „Jahrgangsstufenprofil“ oder „übergreifende Bildungsziele“ sagen noch wenig darüber aus, was ein Kind am Ende tatsächlich können soll.
Dabei lohnt sich ein genauerer Blick. Denn im LehrplanPLUS steht sehr konkret, welche Fähigkeiten Kinder in Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht entwickeln sollen – vom Lesenlernen über das kleine Einmaleins bis zum Kartenlesen, zur Ersten Hilfe oder zum Umgang mit Medien.
Dieser Artikel erklärt den LehrplanPLUS für die bayerische Grundschule deshalb aus Elternsicht: Was steckt dahinter? Was wird in Klasse 1 und 2 aufgebaut? Was kommt in Klasse 3 und 4 hinzu? Und was bedeutet „kompetenzorientierter Unterricht“ eigentlich im Schulalltag?
Wichtig: Dieser Artikel bezieht sich ausdrücklich auf Bayern. Lehrpläne, Stundentafeln und Lernziele unterscheiden sich zwischen den Bundesländern.
Dieser Artikel gibt Dir einen echten Einblick. Nicht nur oberflächlich, sondern so, dass Du wirklich verstehst:
- was Dein Kind lernt
- wie es lernt
- und warum genau so
Was ist der LehrplanPLUS überhaupt?
Der LehrplanPLUS ist der verbindliche Lehrplan für bayerische Schulen. Er legt nicht nur fest, welche Inhalte behandelt werden, sondern verbindet diese Inhalte mit sogenannten Kompetenzerwartungen.
Der LehrplanPLUS ist kein klassischer „Stoffplan“. Du findest darin also eher keine Aufgaben, die Dein Kind können soll.
Das bedeutet: Es geht nicht allein darum, dass Dein Kind etwas „durchgenommen“ hat oder eine Regel auswendig aufsagen kann. Entscheidend ist, ob es Wissen anwenden, Zusammenhänge erkennen, Lösungswege finden und seine Überlegungen erklären kann.
Die offizielle Definition geht deshalb deutlich über reines Faktenwissen hinaus.
Dein Kind soll Kompetenzen entwickeln – nicht nur Wissen speichern.
Eine Kompetenz bedeutet:
- Wissen anwenden können
- Zusammenhänge verstehen
- Probleme selbstständig lösen
Das Ziel ist also nicht: „Ich lerne alles auswendig“, sondern: „Ich kann damit etwas anfangen, ich weiß, was ich mit dem Gelernten machen kann.“
Ein einfaches Beispiel aus Mathematik zeigt den Unterschied.
Ein Kind kann wissen:
8 + 7 = 15.
Kompetenzorientiertes Lernen geht aber weiter. Das Kind soll beispielsweise erklären können:
8 + 7 kann ich als 8 + 2 + 5 rechnen. Erst ergänze ich zur 10, dann addiere ich noch 5.
Es kennt also nicht nur das Ergebnis, sondern versteht eine Rechenstrategie und kann sie auf andere Aufgaben übertragen.
Was der LehrplanPLUS nicht vorgibt
Der Lehrplan bestimmt nicht jede einzelne Unterrichtsstunde. Er schreibt Lehrkräften auch nicht vor, mit welcher Methode sie ein Thema unterrichten oder in welcher Woche ein bestimmtes Kapitel behandelt werden muss.
Das Bayerische Kultusministerium beschreibt ausdrücklich, dass der LehrplanPLUS keine bestimmten Unterrichtsmethoden oder Vorgehensweisen festlegt. Entscheidend sind vielmehr die Kompetenzen, die Kinder über einen längeren Zeitraum erwerben sollen.
Deshalb kann der Unterricht in zwei Grundschulen durchaus unterschiedlich aussehen, obwohl beide nach demselben Lehrplan arbeiten.
Die eine Klasse arbeitet beispielsweise mit Stationen, die andere stärker mit dem Schulbuch. Eine Lehrkraft verbindet ein HSU-Thema mit Deutsch, eine andere setzt zusätzlich ein Projekt um.
Die Lernziele bleiben dennoch verbindlich.
Wie der LehrplanPlus aufgebaut ist
Wer den Lehrplan online öffnet, sieht mehrere Ebenen:
- Leitlinien
- Bildungs- und Erziehungsauftrag – Beschreibt, welche grundlegenden Ziele Grundschule verfolgt
- Übergreifende Ziele – Themen, die in mehreren Fächern eine Rolle spielen
- Fachprofile – Erklären, wie ein Fach grundsätzlich verstanden wird
- Jahrgangsstufenprofile (Grundlegende Kompetenzen) – Zeigen, was Kinder am Ende eines Lernabschnitts können sollen
- Fachlehrpläne – Enthalten konkrete Kompetenzerwartungen und dazugehörige Inhalte
Die „Grundlegenden Kompetenzen“ sind besonders hilfreich, wenn Du wissen möchtest, welches Niveau Dein Kind langfristig erreichen soll. Sie beschreiben Wissen und Fähigkeiten, die dauerhaft verfügbar sein und eine Grundlage für das weitere Lernen bilden sollen.
Das Entscheidende: Alles baut aufeinander auf, bzw. greift ineinander über. Nichts steht für sich allein.
Warum Klasse 1 und 2 sowie Klasse 3 und 4 zusammengehören
Eine Besonderheit des bayerischen Grundschullehrplans ist wichtig für Eltern: Viele Kompetenzen werden nicht für jedes Schuljahr isoliert beschrieben.
Stattdessen arbeitet der Lehrplan mit zwei Lernabschnitten:
| Lernabschnitt | Zielpunkt |
| Jahrgangsstufen 1 und 2 | Ende der 2. Klasse |
| Jahrgangsstufen 3 und 4 | Ende der 4. Klasse |
Das bedeutet nicht, dass in Klasse 1 und 2 dasselbe gelernt wird. Natürlich baut der Unterricht schrittweise aufeinander auf.
Aber die grundlegenden Kompetenzen beschreiben das Ergebnis eines zweijährigen Lernprozesses.
Dein Kind muss also nicht sofort alles können – es entwickelt sich Schritt für Schritt. Deshalb ist es nicht so schlimm, wenn es zum Beispiel am Anfang von Klasse 3 ein Thema noch nicht gleich beherrscht. Es hat Zeit bis zum Ende von Klasse 4, wo dann final die Kompetenz und das Fachwissen beherrscht werden sollte.
Das ist für Eltern eine wichtige Einordnung. Wenn ein Kind eine bestimmte Fähigkeit zu Beginn eines Lernabschnitts noch nicht sicher beherrscht, bedeutet das nicht automatisch, dass es „hinterher“ ist. Viele Kompetenzen sollen sich erst im Laufe der beiden Schuljahre stabil entwickeln.
Die Stundentafel der Grundschule Bayern
Mit der sogenannten PISA-Offensive hat Bayern die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen stärker gewichtet. Die neue Stundentafel gilt seit dem Schuljahr 2024/25. Deutsch erhielt in allen vier Jahrgangsstufen zusätzliche Unterrichtszeit; auch Mathematik wurde in bestimmten Jahrgangsstufen gestärkt.

GU bedeutet Grundlegender Unterricht. In der 1. und 2. Klasse werden Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht sowie weitere Fächer in diesem größeren Unterrichtsblock organisiert. Der Grundlegende Unterricht umfasst aktuell 19 Wochenstunden in Klasse 1 und 18 Wochenstunden in Klasse 2.
Die flexible Stunde kann von der Schule beziehungsweise Lehrkraft beispielsweise zur zusätzlichen Förderung oder zur Verstärkung eines Faches genutzt werden.
Klassen 1 und 2
24 Stunden pro Woche
davon 19 Stunden bzw. 18 Stunden „Grundlegender Unterricht“ (Deutsch, Mathe, HSU, Kunst, Musik, Werken und Gestalten kombiniert)
Das bedeutet keine strikte Trennung – sondern vernetztes Lernen. Neu ab dem Jahr 2025 ist allerdings, dass verbindliche Stunden für die Fächer Deutsch und Mathematik vorgegeben werden. Bislang war es so, dass die Lehrkraft entscheiden konnte wie sie die Stunden innerhalb des „Grundlegenden Unterrichts“ verteilt. Ab jetzt muss die Stundenanzahl für die Fächer Deutsch und Mathe eingehalten werden. In Klasse 1 sind 6 Stunden Deutsch und 5 Stunden Mathe vorgesehen. In Klasse 2 sind 6 Stunden Deutsch und 4 Stunden Mathe vorgesehen.
Klassen 3 und 4
Hier wird stärker in Fächer aufgeteilt. Die Wochenstunden sind:
- Deutsch: 7 Stunden
- Mathematik: 5-6 Stunden
- HSU: 3-4 Stunden
- dazu: Sport, Kunst, Musik, Religion/Ethik, Englisch, Werken und Gestalten
Zusätzlich: Flexible Stunde in Klasse 1 bis 4
- für Förderung
- für Wiederholung
- für individuelles Lernen
Die Flexible Stunde ist das, was der Name schon sagt. Eine Stunde pro Woche kann die Schule individuell entscheiden wofür diese Stunde verwendet wird. Ob für Sport, Musik oder wenn eine Klasse Schwierigkeiten in Mathe hat, das darf die Klassenlehrkraft oder die Schule entscheiden wofür diese Stunde verwendet wird.
Die Fachlehrpläne – jetzt wird es konkret
Hier geht es jetzt um die Themen und Aufgaben, die Dein Kind in der Grundschule bewältigen muss. In den Fachlehrplänen ist genau festgelegt, Was Dein Kind wirklich lernt.
Deutsch im LehrplanPLUS – Der Fachlehrplan Deutsch
Deutsch ist das zentrale Fach und wurde in der Stundenzahl nochmals erhöht, weil es so wichtig ist, dass die Kinder von klein auf richtig sprechen, lesen und schreiben können. Sprachliche Fähigkeiten werden für nahezu jedes andere Fach benötigt.
Wer eine Textaufgabe in Mathematik lösen, einen Sachtext in HSU verstehen oder die Ergebnisse eines Experiments erklären soll, braucht Sprache.
Der Fachlehrplan Deutsch gliedert sich in vier große Lernbereiche:
1. Sprechen und Zuhören:
erzählen, zuhören, erklären, diskutieren und Gespräche führen
2. Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen:
flüssig lesen, Inhalte verstehen und Medien nutzen
3. Schreiben:
Handschrift, eigene Texte, Planung und Überarbeitung
4. Sprachgebrauch und Sprache untersuchen:
Grammatik, Wortschatz, Rechtschreibung und Sprachbewusstsein
Was dabei wichtig ist: Diese Bereiche sind bewusst miteinander verbunden und werden nicht getrennt unterrichtet, sondern greifen ständig ineinander. Wenn Dein Kind zum Beispiel eine Geschichte schreibt, dann:
- denkt es über Sprache nach
- nutzt es sein Leseverständnis
- formuliert eigene Gedanken
- und spricht vielleicht darüber
Lernen passiert also immer vernetzt.
Deutsch in Klasse 1 und 2: Lesen und Schreiben aufbauen
In den ersten beiden Schuljahren steht natürlich der Schriftspracherwerb im Mittelpunkt. Aber Lesenlernen bedeutet im LehrplanPLUS nicht nur, Buchstaben miteinander verbinden zu können.
Bis zum Ende der 2. Klasse sollen Kinder ihre Leseflüssigkeit und Lesegenauigkeit trainieren und unterschiedliche Texte verstehen können. Dazu gehören nicht nur Geschichten, sondern beispielsweise auch Sach- und Gebrauchstexte, Tabellen, Diagramme sowie verschiedene Medien.
Auch das Schreiben entwickelt sich zunehmend von der einzelnen Buchstaben- und Wortebene hin zu eigenen Texten.
Kinder planen, verfassen, überarbeiten und präsentieren beispielsweise Geschichten, Gedichte, Beschreibungen oder Briefe. Bis Ende Klasse 2 sollen sie außerdem eine klare und leserliche Handschrift entwickeln und verbundene sowie unverbundene Schrift passend einsetzen können.
Rechtschreibung beginnt nicht mit möglichst vielen Diktaten
Beim Rechtschreiben verfolgt der Lehrplan einen strategischen Ansatz.
Kinder arbeiten unter anderem mit einem Grundwortschatz und einem individuellen Übungswortschatz. Sie sollen Geschriebenes überprüfen, Fehler erkennen und Rechtschreibstrategien anwenden.
Schon in Klasse 1 und 2 beschäftigen sie sich beispielsweise mit Wortstämmen, Umlauten, Endungen, häufig vorkommenden Silben, Großschreibung sowie dem Erkennen von Nomen und Verben. Außerdem lernen sie, Wörterbücher und Wörterlisten zu verwenden.
Das Ziel ist also nicht nur:
„Ich weiß, wie dieses Wort geschrieben wird.“
Sondern zunehmend:
„Ich weiß, wie ich herausfinden kann, wie ein Wort geschrieben wird.“
Dieser Unterschied wird spätestens in Klasse 3 und 4 wichtig.
Deutsch in Klasse 3 und 4: Texte verstehen, Sprache untersuchen und sicherer schreiben
In Klasse 3 und 4 werden die Anforderungen deutlich komplexer.
Lesen bedeutet jetzt verstärkt, Informationen gezielt aus einem Text herauszufiltern. Kinder lernen verschiedene Lesestrategien kennen und sollen diese vor, während und nach dem Lesen bewusst einsetzen.
Sie markieren wichtige Informationen, machen Stichpunkte, klären unbekannte Wörter, geben Inhalte mit eigenen Worten wieder und erschließen auch Informationen aus Tabellen und Diagrammen. Außerdem lernen sie erste Recherchestrategien kennen, etwa die Suche nach Informationen in Büchern oder geeigneten digitalen Angeboten.
Das erklärt übrigens, warum gutes Lesen auch für Mathematik und HSU so wichtig ist.
Grammatik wird in Klasse 3 und 4 deutlich anspruchsvoller
Der Bereich „Sprache untersuchen“ geht am Ende der Grundschule weit über das einfache Erkennen von Namenwörtern und Tunwörtern hinaus.
Die Kinder beschäftigen sich unter anderem mit Nomen, Artikeln, Adjektiven, Pronomen und Verben. Sie untersuchen Zeitformen, Fälle und Wortbildung. Außerdem verändern und untersuchen sie Sätze und bestimmen beispielsweise Subjekt, Objekte sowie Orts- und Zeitangaben.
Auch die wörtliche Rede, Satzzeichen, Wortfamilien und Rechtschreibstrategien spielen eine Rolle.
Damit wird verständlich, warum Deutsch in der 3. und 4. Klasse von manchen Kindern als deutlich anspruchsvoller erlebt wird als in den ersten Schuljahren.
Lesen: Der Schlüssel zum Lernen
Ein großer Schwerpunkt liegt auf dem Lesen. Aber nicht nur im Sinne von „flüssig lesen können“.
Dein Kind lernt:
- Inhalte zu verstehen
- zwischen den Zeilen zu lesen
- wichtige Informationen zu erkennen
- Texte zu hinterfragen
Ziel ist es, dass Dein Kind wirklich versteht, was es liest. Das ist eine der wichtigsten Grundlagen für den späteren Schulerfolg.
Schreiben: Eigene Gedanken ausdrücken
Dein Kind lernt:
- eigene Texte zu verfassen (z. B. Geschichten, Berichte)
- Texte zu planen und zu strukturieren
- Texte zu überarbeiten
- Rückmeldungen anzunehmen und zu geben
Sprache untersuchen
Dieser Bereich hört sich so einfach an. Aber genau dieser Bereich ist es, der für viele Kinder am schwierigsten ist. Denn hier wird Grammatik gelernt.
Zum Beispiel:
- Wie sind Wörter aufgebaut?
- Adjektive, Artikel, Pronomen, Wortfamilien und so vieles mehr
- Welche Wirkung haben bestimmte Formulierungen?
Dadurch entwickelt Dein Kind ein bewusstes Sprachgefühl. Und genau das hilft später enorm – auch bei der Rechtschreibung.
Kompetenzen in Klasse 1/2
Dein Kind lernt zum Beispiel
- eigene Texte zu schreiben (z. B. über Lieblingsthemen)
- Texte zu überarbeiten
- Feedback zu geben
- Rechtschreibstrategien anzuwenden
- Sprache bewusst zu nutzen
In diesen Klassenstufen lernt Dein Kind nicht nur „richtig schreiben“, sondern: über Sprache nachzudenken.
Entwicklung bis Klasse 4
Am Ende der Grundschule kann Dein Kind:
- Texte verstehen und bewerten
- eigene Texte strukturieren
- bewusst formulieren
- Informationen herausfiltern
Das Ziel in den beiden Klassenstufen 3 und 4 ist sprachlich sicher und selbstständig zu werden.
Mathematik im LehrplanPlus – Der Fachlehrplan Mathematik
Auch Mathematik ist die Basis (neben Deutsch) im Lehrplan der Grundschule in Bayern. In Mathematik und Deutsch sollen die Fähigkeiten der Kinder in der Grundschule gefestigt werden, weil dies grundlegende Kenntnisse sind, die „sitzen“ sollen, damit die Kinder in der späteren Schullaufbahn darauf aufbauen können.
Der Lehrplan unterscheidet zwischen fachlichen Inhalten und sogenannten prozessbezogenen Kompetenzen.
Ein Kind soll also nicht nur rechnen können. Es soll auch Probleme lösen, mathematisch argumentieren, Zusammenhänge darstellen, kommunizieren und Situationen aus dem Alltag mathematisch modellieren können.
Die vier großen Lernbereiche in Mathematik
Der Mathematiklehrplan enthält vier Lernbereiche:
1. Zahlen und Operationen:
Zahlverständnis, Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division
2. Raum und Form:
Formen, Körper, Symmetrie, räumliche Orientierung
3. Größen und Messen:
Geld, Zeit, Länge, Masse und weitere Größen
4. Daten und Zufall:
Tabellen, Diagramme, Daten und erste Wahrscheinlichkeiten
Zusätzlich spielt der Bereich Muster und Strukturen eine besondere Rolle. Er ist kein eigener Lernbereich, sondern zieht sich durch die anderen Bereiche hindurch. Kinder sollen mathematische Regelmäßigkeiten erkennen, beschreiben und nutzen.
Zahlen und Operationen: Wirklich verstehen, was Zahlen bedeuten
Das ist der größte Bereich – und hier passiert sehr viel mehr als nur Rechnen. Dein Kind lernt:
- Zahlen zu zerlegen (z. B. 7 = 5 + 2)
- Beziehungen zwischen Zahlen zu erkennen
- verschiedene Rechenwege zu nutzen
Zum Beispiel: Dein Kind soll nicht nur wissen „8 + 7 = 15“
Sondern auch verstehen: „Ich kann 7 in 2 und 5 zerlegen, dann rechne ich 8 + 2 = 10 und + 5 = 15“
Das nennt man flexibles Rechnen
Raum und Form: Mathe zum Anfassen
Hier geht es um:
- Formen
- Körper
- Lagebeziehungen
Dein Kind lernt:
- Formen zu erkennen und zu beschreiben
- sich im Raum zu orientieren
- geometrische Zusammenhänge zu verstehen
Das passiert oft ganz praktisch mit Bauklötzen, durch Zeichnen und durch eigenes Ausprobieren.
Größen und Messen: Mathematik im Alltag
Dieser Bereich verbindet Mathe mit dem echten Leben. Dein Kind lernt:
- Längen zu messen
- Zeit zu verstehen
- mit Geld umzugehen
- Gewichte einzuschätzen
Das Ziel ist: Mathematik wird lebensnah und verständlich.
Daten und Zufall: Erste Schritte ins logische Denken
Schon in der Grundschule begegnet Dein Kind einfachen Formen von Statistik. Zum Beispiel:
- Tabellen lesen
- Diagramme verstehen
- einfache Wahrscheinlichkeiten einschätzen
Das stärkt sein analytisches Denken und sein Verständnis für Zusammenhänge
Mathematik in Klasse 1 und 2: Das mathematische Fundament
Bis zum Ende der 2. Klasse sollen Kinder grundlegende Vorstellungen des Zehnersystems entwickelt haben und im Zahlenraum bis 100 arbeiten.
Der Lehrplan sieht vor, dass sie Aufgaben zu allen vier Grundrechenarten lösen. Der Zahlenraum bis 20 soll zunehmend automatisiert verfügbar sein. Beim kleinen Einmaleins werden zu diesem Zeitpunkt insbesondere die Reihen mit 1, 2, 5 und 10 sowie die Quadrataufgaben automatisiert genutzt.
Kinder vergleichen unterschiedliche Lösungswege und lernen zu überprüfen, ob ein Ergebnis überhaupt sinnvoll sein kann.
Die ersten beiden Schuljahre sind entscheidend. Denn hier wird das Fundament gelegt.
Größen und Messen beginnen sehr früh
Auch Geld, Längen und Zeit sind bereits Bestandteil von Klasse 1 und 2.
Kinder messen unter anderem mit Lineal, Maßband, Uhr und Kalender. Sie beschäftigen sich mit Meter und Zentimeter, Stunden und Minuten sowie Euro und Cent. Außerdem lesen sie Uhrzeiten und bestimmen einfache Zeitspannen.
Deshalb ist Mathematik im LehrplanPLUS stark mit Alltagssituationen verbunden.
Mathematik in Klasse 3 und 4: Bis zur Million
In Klasse 3 und 4 wird der Zahlenraum erheblich erweitert.
Bis zum Ende der Grundschule arbeiten die Kinder im Zahlenraum bis zur Million. Sie sollen Zahlen vergleichen, ordnen, zerlegen und das Stellenwertsystem sicher nutzen.
Das kleine Einmaleins einschließlich der Umkehraufgaben soll automatisiert und flexibel verfügbar sein.
Hinzu kommen die schriftlichen Rechenverfahren. Der Lehrplan nennt schriftliche Addition und Subtraktion sowie Multiplikation mit ein- und zweistelligen Multiplikatoren und Division mit Divisoren bis einschließlich 10, auch mit Rest.
Gleichzeitig sollen Kinder entscheiden können, welcher Rechenweg für eine Aufgabe sinnvoll ist.
Nicht jede Aufgabe muss also schriftlich gerechnet werden. Manchmal ist Kopfrechnen günstiger, manchmal halbschriftliches Rechnen und manchmal ein schriftliches Verfahren.
Genau diese Entscheidung ist Teil mathematischer Kompetenz.
Ein wichtiger Punkt: Dein Kind soll seine Gedanken sprachlich ausdrücken können. Denn, wer erklären kann, hat verstanden.
Daten, Diagramme und Wahrscheinlichkeit gehören ebenfalls zu Mathematik
Ein Bereich, den Eltern manchmal unterschätzen, ist „Daten und Zufall“.
Kinder sollen Daten aus Tabellen, Schaubildern und Texten entnehmen, Darstellungen ineinander übertragen und Informationen miteinander in Beziehung setzen.
In Klasse 3 und 4 führen sie außerdem einfache Zufallsexperimente durch, etwa mit Würfeln oder Glücksrädern. Sie schätzen Gewinnchancen ein, überprüfen ihre Vermutungen und untersuchen, wie veränderte Bedingungen die Ergebnisse beeinflussen.
Heimat- und Sachunterricht (HSU)
Der Heimat- und Sachunterricht – kurz HSU – verbindet besonders viele unterschiedliche Themen.
Er bereitet unter anderem auf spätere naturwissenschaftliche, gesellschaftswissenschaftliche, geographische, historische und technische Fächer vor.
Dabei geht es nicht nur darum, Fakten auswendig zu lernen. Kinder sollen beobachten, Fragen entwickeln, Vermutungen aufstellen, untersuchen, Ergebnisse dokumentieren und Zusammenhänge erklären.
Dieses Fach ist unglaublich vielfältig und in Bayern in der Grundschule auch richtig schwer. Die Kinder müssen hier bereits ordentlich lernen, um eine gute Note zu bekommen.
Die sechs Lernbereiche in HSU
Der Fachlehrplan HSU enthält sechs Lernbereiche:
1. Demokratie und Gesellschaft:
Zusammenleben, Regeln, Gemeinschaft, Medien und Konsum
2. Körper und Gesundheit:
Körper, Ernährung, Gefühle, Entwicklung und Gesundheit
3. Natur und Umwelt
Tiere, Pflanzen, Lebensräume, Stoffe, Energie, Wasser und Umwelt
4. Zeit und Wandel
Zeit, Vergangenheit, Geschichte und Veränderungen
5. Raum und Mobilität
Orientierung, Karten, Räume und Verkehr
6. Technik und Kultur
Arbeit, Werkzeuge, technische Entwicklungen und Konstruktionen
Die Reihenfolge dieser Bereiche schreibt nicht vor, in welcher Reihenfolge sie im Unterricht behandelt werden müssen. Der Lehrplan betont ausdrücklich, dass die Bereiche miteinander vernetzt werden sollen.
HSU in Klasse 1 und 2
In den ersten beiden Schuljahren beginnt HSU sehr stark bei der unmittelbaren Lebenswelt der Kinder.
Im Bereich Demokratie und Gesellschaft geht es beispielsweise um Familie, Klasse, Schule und Gemeinschaft.
Bei Körper und Gesundheit beschäftigen sich Kinder mit ihrem Körper, gesunder Ernährung, Gefühlen und Wohlbefinden.
Im Bereich Natur und Umwelt lernen sie heimische Tiere und Pflanzen kennen, beobachten Lebensräume und beschäftigen sich mit grundlegenden Naturphänomenen. Der Lehrplan sieht bereits vor, dass Kinder ausgewählte heimische Tier- und Pflanzenarten mithilfe einfacher Bestimmungshilfen unterscheiden.
Zeit und Wandel umfasst unter anderem die Orientierung in Tages-, Wochen- und Jahresabläufen sowie erste historische Vorstellungen.
Auch Raum und Mobilität gehört ausdrücklich dazu. Die Kinder nehmen ihre Umgebung bewusst wahr, orientieren sich in Räumen und beschäftigen sich mit sicherer Mobilität und Verkehr.
Im Bereich Technik und Kultur lernen sie unter anderem Werkzeuge und Geräte kennen und sollen diese sach- und sicherheitsgerecht einsetzen.
HSU in Klasse 3 und 4 wird deutlich komplexer
In Klasse 3 und 4 erweitert sich der Blick.
Aus dem Zusammenleben innerhalb der Klasse werden zunehmend gesellschaftliche Fragestellungen. Kinder beschäftigen sich beispielsweise mit demokratischen Prinzipien, Rechten und Pflichten, Konfliktlösung, Medien sowie Werbung und Konsum.
Besonders umfangreich ist der Bereich Körper und Gesundheit.
Der Lehrplan sieht unter anderem Themen wie körperliche und psychische Veränderungen in der beginnenden Pubertät, die Entwicklung des Menschen von der Zeugung bis zur Geburt, körperliche Selbstbestimmung und Schutz vor Missbrauch vor.
Auch Erste Hilfe gehört dazu. Kinder sollen die Bedeutung Erster Hilfe kennen und einfache Maßnahmen bei leichteren Verletzungen und Beschwerden anwenden können. Der Lehrplan nennt beispielsweise Wundversorgung, Kühlen oder Wärmen, stabile Seitenlage und das Absetzen eines Notrufs.
Es geht darum: die Welt zu verstehen – nicht nur Fakten zu kennen
Naturwissenschaftliches Denken beginnt bereits in HSU
Im Lernbereich Natur und Umwelt werden Kinder zunehmend an naturwissenschaftliches Arbeiten herangeführt.
Sie beobachten Tiere und Pflanzen, dokumentieren Ergebnisse und untersuchen Naturphänomene. Themen wie Wasser, Luft, Lebensräume und Umweltschutz werden mit konkreten Fragestellungen verbunden.
Dabei ist der Weg zum Ergebnis wichtig. Ein Kind soll nicht nur wissen, was passiert, sondern beispielsweise überlegen:
Was vermute ich?
Wie könnte ich das untersuchen?
Was beobachte ich?
Welche Erklärung passt zu meiner Beobachtung?
Genau diese Denkweise bildet eine wichtige Grundlage für den späteren naturwissenschaftlichen Unterricht.
Kartenlesen und Orientierung gehören ebenfalls zu HSU
Ein wichtiger Bereich in Klasse 3 und 4 ist „Raum und Mobilität“.
Kinder lernen, sich mithilfe natürlicher Orientierungspunkte sowie technischer Hilfsmittel zu orientieren. Sie arbeiten mit Karten und beschäftigen sich unter anderem mit Kartenzeichen, Legenden, Maßstab, Himmelsrichtungen und Nordung.
Auch räumliche Einheiten werden eingeordnet: vom Heimatort über Stadt beziehungsweise Gemeinde und Landkreis bis zu Bayern, Deutschland und Europa.
Verkehrserziehung ist ebenfalls Bestandteil dieses Lernbereichs. Kinder sollen gefährliche Verkehrssituationen einschätzen, auf verkehrssichere Ausrüstung achten und Verkehrs- und Sicherheitsregeln anwenden. In der 4. Klasse machen die Kinder auch das Fahrradabzeichen.
Warum Deutsch, Mathematik und HSU so stark miteinander verbunden sind
Einer der wichtigsten Gedanken des LehrplanPLUS ist die Vernetzung der Fächer.
Ein HSU-Thema über Tiere kann beispielsweise gleichzeitig Lesekompetenz fördern, wenn ein Sachtext erschlossen wird. Anschließend schreibt das Kind einen Tiersteckbrief und präsentiert seine Ergebnisse.
Damit werden Deutsch und HSU miteinander verbunden.
Auch Mathematik ist stark sprachabhängig. Sachaufgaben müssen gelesen und verstanden werden. Lösungswege sollen erklärt und begründet werden. Tabellen und Diagramme müssen interpretiert werden.
Der Lehrplan sieht diese Verbindungen ausdrücklich vor. Gerade HSU arbeitet eng mit Deutsch zusammen, weil Lesen, Schreiben, Sprechen und Präsentieren wichtige Voraussetzungen für das fachliche Lernen sind.
Warum Dein Kind manchmal einen Rechenweg erklären muss
Eltern wundern sich gelegentlich darüber, warum eine richtige Lösung allein nicht immer genügt.
Das liegt genau an dieser Kompetenzorientierung.
Wenn Dein Kind eine Aufgabe richtig löst, zeigt es ein bestimmtes Können.
Wenn es zusätzlich erklären kann,
warum der Rechenweg funktioniert,
warum eine andere Strategie ebenfalls möglich wäre
oder
warum ein Ergebnis nicht plausibel sein kann,
zeigt es ein tieferes mathematisches Verständnis.
Der Lehrplan fordert deshalb ausdrücklich das Vergleichen, Beschreiben und Bewerten unterschiedlicher Lösungswege.
Warum Lesen ab Klasse 3 plötzlich in fast jedem Fach wichtiger wird
In den ersten Schuljahren lernt ein Kind zunächst immer sicherer zu lesen.
Später verschiebt sich die Aufgabe zunehmend:
Das Kind lernt nicht mehr nur lesen – es lernt durch Lesen.
In Deutsch muss es Informationen aus Texten entnehmen.
In Mathematik muss es Sachaufgaben verstehen.
In HSU muss es Sachtexte, Karten, Tabellen und Informationen aus verschiedenen Medien erschließen.
Deshalb kann eine noch unsichere Lesekompetenz ab Klasse 3 auch in anderen Fächern stärker sichtbar werden.
Was Eltern aus dem Lehrplan nicht ableiten sollten
Der Lehrplan ist kein persönlicher Entwicklungsplan für jedes einzelne Kind.
Die Kompetenzerwartungen beschreiben ein allgemeines Zielniveau. Sie sagen nicht, dass jedes Kind jede Kompetenz zum exakt gleichen Zeitpunkt und im exakt gleichen Tempo entwickeln muss.
Auch eine einzelne schlechte Probe bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind eine Kompetenz grundsätzlich nicht besitzt.
Umgekehrt zeigt eine auswendig gelernte Regel allein noch nicht unbedingt, dass das zugrunde liegende Konzept verstanden wurde.
Hilfreicher als die Frage „Kann mein Kind diesen Stoff?“ ist deshalb häufig:
Kann mein Kind das Gelernte selbstständig anwenden?
Woran Du erkennst, ob Dein Kind die wichtigsten Grundlagen entwickelt
Für Eltern muss daraus kein zusätzlicher Lehrplan zu Hause entstehen. Du musst auch nicht jeden einzelnen Kompetenzpunkt kontrollieren.
Hilfreicher sind einige grundlegende Beobachtungen:
- Kann Dein Kind altersgemäße Texte zunehmend flüssig lesen und erklären, worum es darin geht? Kann es eigene Gedanken verständlich ausdrücken und Texte zunehmend selbstständig schreiben und überarbeiten? Versteht es Zahlen und Rechenoperationen oder verlässt es sich vor allem auf auswendig gelernte Abläufe? Kann es erklären, wie es zu einem Ergebnis gekommen ist? Kann es Informationen aus Sachtexten, Tabellen, Diagrammen oder Karten entnehmen? Und kann es das Gelernte auf eine leicht veränderte Aufgabe übertragen?
Gerade der letzte Punkt ist für den LehrplanPLUS entscheidend.
Der LehrplanPLUS und der Übertritt nach Klasse 4
Am Ende der 4. Klasse sollen die grundlegenden Kompetenzen des zweiten Lernabschnitts entwickelt sein.
Das ist auch deshalb wichtig, weil die weiterführenden Schulen darauf aufbauen.
In Deutsch werden zunehmend selbstständiges Lesen, Schreiben, Sprachbewusstsein und Informationsentnahme erwartet.
In Mathematik bilden Zahlverständnis, sichere Grundrechenarten, Rechenstrategien, Größen, Geometrie und das Arbeiten mit Daten die Grundlage für den weiteren Mathematikunterricht.
HSU bereitet auf mehrere spätere Fachbereiche vor, darunter Naturwissenschaften, Geographie, Geschichte, Politik und Technik.
Der LehrplanPLUS Grundschule ist damit nicht nur eine Sammlung von Unterrichtsthemen, sondern beschreibt das Fundament, auf dem der Unterricht der weiterführenden Schulen aufbaut.
Fachprofile: Wie die Fächer wirklich gedacht sind
Die sogenannten Fachprofile sind ein Teil des Lehrplans, in dem nicht festgelegt WAS gelernt wird, SONDERN WIE ein Fach verstanden werden soll.
Man könnte auch sagen die Fachprofile zeigen den „inneren Gedanken“ hinter dem Unterricht.
Beispiel Deutsch: Alles hängt zusammen
Im Fach Deutsch wird ganz bewusst darauf verzichtet, einzelne Bereiche streng voneinander zu trennen. Das bedeutet:
- Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören stehen nicht nebeneinander
- sondern greifen ständig ineinander
Wenn Dein Kind zum Beispiel eine Geschichte liest, passiert gleichzeitig ganz viel:
- Es versteht Inhalte (Lesen)
- Es spricht darüber (Sprechen und Zuhören)
- Es schreibt vielleicht selbst etwas dazu (Schreiben)
- Es denkt über Sprache nach (Sprachbewusstsein)
Lernen passiert also nicht in den einzelnen Lernbereichen, sondern als Ganzes.
Dieses Prinzip gilt für alle Fächer
Auch in Mathematik, im Sachunterricht oder in kreativen Fächern zeigt sich dieses Prinzip: Lernen ist immer vernetzt.
Das bedeutet konkret:
- Mathematik wird mit Sprache verbunden (Erklären von Rechenwegen)
- Sachunterricht verbindet Wissen mit eigenen Erfahrungen
- Kreative Fächer fördern gleichzeitig Denken und Ausdruck
Dein Kind lernt nicht isoliert – sondern in Zusammenhängen. Und genau das hilft ihm später:
- Inhalte besser zu verstehen
- Wissen länger zu behalten
- selbstständig zu denken
Aktuelle Entwicklung: Mehr Fokus auf die Grundlagen
Ein wichtiger Punkt, der sich aktuell im bayerischen Bildungssystem zeigt: die Grundlagen rücken noch stärker in den Mittelpunkt. Das betrifft vor allem die Fächer:
- Deutsch
- Mathematik
Der Hintergrund sind unter anderem Ergebnisse internationaler Studien, die gezeigt haben, dass viele Kinder Schwierigkeiten haben bei den grundlegenden Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Darauf reagiert Bayern jetzt ganz bewusst.
Was sich konkret verändert
Für Dein Kind bedeutet das:
- mehr Zeit für Lesen und Sprachverständnis
- stärkerer Fokus auf Rechtschreibung
- intensiveres Üben mathematischer Grundlagen
- mehr Wiederholungen zur Festigung
Das Ziel ist klar: Dein Kind soll sicherer werden beim Lesen, Schreiben und Rechnen und diese Grundfähigkeiten sicher beherrschen.
Was Du als Mutter daraus mitnehmen kannst
Vielleicht fragst Du Dich nach all diesen Informationen, was das ganz konkret für Dich und Dein Kind bedeutet.
- Dein Kind muss nicht sofort alles können
- Lernen ist ein Prozess über Jahre
- Verstehen ist wichtiger als Tempo
- Fehler sind ausdrücklich Teil des Lernens
Diese vier Gedanken können Dir helfen, Dein Kind gelassener durch die Grundschulzeit zu begleiten.
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FAQ zum LehrplanPLUS der Grundschule in Bayern
Ist der LehrplanPLUS für alle Grundschulen in Bayern verbindlich?
Ja. Der LehrplanPLUS bildet die verbindliche Grundlage für den Unterricht an bayerischen Grundschulen. Wie Lehrkräfte die vorgesehenen Kompetenzen vermitteln und in welcher konkreten Reihenfolge einzelne Unterrichtsinhalte behandelt werden, kann jedoch unterschiedlich sein.
Muss mein Kind bereits am Ende der 1. Klasse alle Ziele aus Klasse 1/2 beherrschen?
Nein. Viele Kompetenzerwartungen im LehrplanPLUS sind für einen zweijährigen Lernabschnitt formuliert. Die Ziele der Jahrgangsstufen 1/2 sollen daher grundsätzlich bis zum Ende der 2. Klasse entwickelt werden. Entsprechend beziehen sich die Kompetenzen der Jahrgangsstufen 3/4 auf die Entwicklung bis zum Ende der 4. Klasse.
Bis zu welchem Zahlenraum wird in der 2. Klasse gerechnet?
Bis zum Ende der 2. Klasse arbeiten die Kinder im Zahlenraum bis 100. Sie entwickeln grundlegende Vorstellungen zu Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division und lernen verschiedene Rechenstrategien kennen.
Bis zu welchem Zahlenraum wird in der 4. Klasse gerechnet?
Bis zum Ende der Grundschule wird der Zahlenraum bis zur Million erschlossen. Die Kinder rechnen mit den vier Grundrechenarten und lernen, unterschiedliche Rechenwege und schriftliche Rechenverfahren sinnvoll einzusetzen.
Gehört Grammatik bereits in der Grundschule zum Lehrplan?
Ja. Grammatik und Sprachbetrachtung sind feste Bestandteile des Deutschunterrichts. Besonders in den Klassen 3 und 4 beschäftigen sich Kinder unter anderem mit Wortarten, Satzstrukturen, Satzgliedern, Zeitformen, Fällen und Rechtschreibstrategien.
Gehören Pubertät und Sexualerziehung bereits zu HSU?
Ja. Im Heimat- und Sachunterricht der Jahrgangsstufen 3 und 4 werden altersgerecht unter anderem körperliche und psychische Veränderungen, die Entwicklung menschlichen Lebens sowie körperliche Selbstbestimmung und der Schutz vor Übergriffen thematisiert.
Wird in der Grundschule bereits mit Karten gearbeitet?
Ja. Vor allem in den Klassen 3 und 4 lernen Kinder, sich mithilfe von Karten zu orientieren. Dazu gehören beispielsweise Himmelsrichtungen, Kartenzeichen, Legenden und grundlegende Formen der räumlichen Orientierung.
Wo können Eltern den offiziellen LehrplanPLUS nachlesen?
Den offiziellen LehrplanPLUS stellt der Freistaat Bayern online zur Verfügung. Dort können Eltern die Fachprofile, Jahrgangsstufenprofile, Kompetenzerwartungen und konkreten Inhalte für die einzelnen Fächer und Jahrgangsstufen einsehen.
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Letzte Aktualisierung am 27.09.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API











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